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Bürgerbriefe GK-Schießen

Ein neuer Bürgerbrief aus Wendlingen an die Gemeinde (siehe unten) wurde an uns weitergeleitet: 


Nachfolgend werden einige uns vorliegende Bürgerbriefe an die Gemeinde Kohlberg in anonymisierter Form inhaltsidentisch abgebildet (laut Jusi-Blättle gab es Stand Montag, 22.04.13 "über 30 Zuschriften"). Die Verfasser der Briefe haben ihr Einverständnis zur anonymisierten Veröffentlichung erteilt. Aus Anonymisierungsgründen gestrichene Teile sind mit "[...]" gekennzeichnet. Die Veröffentlichung der Briefe soll der freien Meinungsbildung zuträglich sein.

An dieser Stelle wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um Meinungen einzelner Personen oder Familien (die evtl. leider nichteinmal Mitglieder unseres Vereins sind) und nicht um die ausdrückliche Meinung unseres Vereins und unserer Mitglieder handelt. Diese wird (wie im Schreiben des Vereinsvorstandes unter Menüpunkt "
Probeschießen Kohlberg" dargestellt) zu einem späteren Zeitpunkt nach einer abgeschlossenen Meinungsbildung aller Vereinsmitglieder, abgegeben und veröffentlicht.

Bei erwünschten Rückfragen zu den einzelnen Briefen an die Gemeinde darf gerne Kontakt mit uns aufgenommen werden. Wir werden dann Kontakt mit dem Verfasser oder der Verfasserin des Briefs aufnehmen, so dass dieser von sich aus Kontakt mit dem Fragenden aufnehmen kann.

Ein neuer Bürgerbrief an die Gemeinde wurde an uns weitergeleitet:


Nr. 1.1:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Roller,
 
am Samstag vor einer Woche (25.05.13) bin ich zusammen mit meinen beiden Kindern von uns aus Wendlingen nach Kohlberg gefahren, um dort vom Wanderparkplatz beim Friedhof aus in Richtung Jusi einen ausgedehnten Spaziergang machen zu können.
 
Als wir dann gerade loslaufen wollten, knallte es plötzlich wie verrückt aus dem Wald heraus. Meine Kinder bekamen Angst und auch mir war es sehr unwohl. Da es irgendwie immer wieder knallte, habe ich meine Kinder wieder eingepackt und bin weiter nach Beuren gefahren, um dort eine Runde zu marschieren.
Zunächst habe ich mich noch gewundert und gefragt, was das wohl für ein schrecklicher Krach gewesen sein könnte. Als ich dann in der Woche darauf in der Nürtinger Zeitung lesen musste, dass es sich bei dem Lärm aus dem Wald um einen Probebetrieb für eine Schießsportdisziplin des Kohlberger Schützenvereins gehandelt haben soll, war ich entrüstet und glücklich zugleich.
 
Entrüstet, da ich es als Mutter zweier Kinder für absolut rücksichtslos empfinde, dass ein Verein durch ein Hobby die ganze Gegend beschallt und Spaziergänger, Wanderer und sogar Friedhofsbesucher zum "mithören" zwingt.
 
Glücklich, da ich Gott sei Dank nicht in Kohlberg wohne und mir sowas nicht ständig anhören muss und nicht ständig das Gefühl bekommen muss, in der Nähe eines politischen Krisengebietes mit wilden Schusswechseln zu leben. Darüber hinaus wurde durch dieses Erlebnis unsere derzeit kurz bevorstehende vermutlich schwierige und langwierige Suche nach einem Bauplatz zumindest dahingehend
erleichtert, dass Kohlberg von unserer Liste der in Frage kommenden Gemeinden gestrichen werden konnte.
 
Ich kann nur hoffen, dass Sie und Ihre Gemeinderäte nach diesem in der Zeitung beschreibenen Probebetrieb ihrer Aufgabe nachkommen, die
Bevölkerung in ihrer Gemeinde und die Besucher ihrer Gemeinde vor solchen weiteren negativen Erlebnissen zu schützen.
Sie dürfen diese Mail gerne an alle für unser Erlebnis an diesem Samstag verantwortlichen Personen bzw. Entscheidungsträger in
dieser Sache weiterleiten.
 
Mit freundlichen Grüßen,

[...]

 
Nr. 1:


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Roller,

bislang hat sich lediglich mein Mann mit dem Thema Großkaliber in Kohlberg auseinandergesetzt. Ich habe mich aus dieser Sache bislang weitestgehend rausgehalten. Am vergangenen Samstag bin ich dann aber (aufgrund der Windverhältnisse) zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Töchtern (1 bzw. 3 Jahre alt) irgendwann so gegen 14:15 Uhr auf den Friedhof gegangen, da ich persönlich wissen wollte, wie sich die Sache im Ernstfall auf mich und meine Kinder direkt auswirken kann. Zunächst war alles ganz ruhig, unproblematisch und für einen Friedhof relativ angenehm. Nach den ersten zwei bis drei Schussserien war es jedoch mit meinen Höreindrücken leider vorüber, da mein Mann mit unserer großen Tochter den Friedhof verlassen musste, da sie vor lauter Schreck und Angst lautstark weinte. Sie war auch einige Zeit, bis sie im Kindersitz im Auto saß, nicht mehr richtig zu beruhigen. Mir selbst hat es aber auch bereits nach den ersten paar Schussserien gereicht, da dieser Schießlärm für mich als bislang neutrale Person definitiv zu viel des Guten war. Diese Sache ist aus meiner Sicht unwürdig und respektlos gegenüber den trauernden Menschen auf dem Friedhof. Mit meinen Töchtern bin ich dann, nachdem ich meinen Mann nach Hause gebracht hatte, einfach zu den Großeltern [...] gefahren und habe die Kinder den Nachmittag über dort gelassen. Deshalb habe ich leider vom restlichen Probeschießen fast nichts mehr mitbekommen.

Wenn ich bedenke, dass laut Wetterbericht (und meinen eigenen Eindrücken am Samstag) der Wind weg vom Ort wehte, möchte ich mir gar nicht ausmalen, welche Auswirkungen dieses Schießen auf uns und unsere Kinder haben kann, wenn Windstille herrscht oder gar Wind in Richtung Ort weht. Deshalb bitte ich Sie darum, ihrer Pflicht, dem Erhalten des Wohls der Bevölkerung und insbesondere unserer Kinder, nachzukommen. Ich möchte nicht den Augenblick erleben müssen, dass unsere Kinder an manchen Tagen, wenn die Windbedingungen ungünstig sind, nicht mehr fröhlich im Garten spielen können, da die Schüsse in unserer ansonsten sehr ruhigen Umgebung insbesondere für Kinder laut und erschreckend wirken.

Wenn ich von anderen Familien in der Nachbarschaft höre, dass Sie niemals nach Kohlberg gezogen wären, wenn diese Beeinträchtigung schon vor ihrem Hauskauf vorhanden gewesen wäre, bringt es mir leider nichts, wenn ich außer einigen "Leidensgenossen" ansonsten seitens der Verantwortlichen der Gemeinde keine Unterstützung finde, sondern vielleicht sogar im Stich gelassen fühle und wohl auch nichts anderes zu erwarten habe.


Mit freundlichen Grüßen,

[...]

 

 


Nr. 2

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Roller,

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

ich möchte Ihnen hiermit meinen Eindruck vom Großkaliberschießen vom 13.04.2013 geben.

Als Erstes möchte ich feststellen, das dieses Schiessen, meiner Ansicht nach nicht einem Vollast Schiessen entspricht. Dazu waren die Anzahl der Schüsse und auch die zeitliche Abfolge doch zu gering.

In der Zeit von 14.00 bis gegen 15.45 wurden ja ein (Vollast) Schiessen mit Großkaliberpistolen durchgeführt.

Dieses habe ich trotz diverser Nebengeräusche bei geöffneten Fenster (welches man ja bei sommerlichen Temperaturen gerne mal offen hat) doch sehr deutlich und störend vernommen.

Um einen Eindruck zu bekommen wie sich diese auf unserer Terrasse anhört (die ist auf der Rückseite des Hause) habe ich mich auch dorthin gesetzt und auch hier waren die einzelnen Schüsse deutlich zu vernehmen. Nach diesem Eindruck habe ich mich in Pfaffendobelweg begeben um auch mir dort einen Eindruck zu verschaffen. Hier waren die Schüsse auch sehr deutlich zu vernehmen (trotz Südwestlichem Wind, also von Kohlberg weg wehend).

Gegen 16.00 wurde dann auch mit Großkalibergewehren geschossen die wiederum noch wesentlich lauter und deutlicher im Pfaffendobelweg zu vernehmen waren. Man kommt sich vom Lärmpegel her betrachtet, zeitweise vor wie in der Nähe eines Truppenübungsplatzes. Vollast war das aber mit Sicherheit nicht.

Anschließend machte ich mir noch einen Eindruck vom Friedhof (zusammen mit meinem Sohn).

Hier waren die Schüsse noch wesentlich lauter und unangenehmer zu hören. Ich halte dies für einen Friedhof auf dem man eigentlich zur Besinnung und Einkehr kommt als doch sehr sehr störend weil man mit diesem Lärm doch sehr stark Gefahr und Tod in Zusammenhang bringt.

An Tennis spielen beim Großkaliberscheißen ist überhaupt nicht zu denken, denn dieser Lärm ca. 50m von der Schiessbahn entfernt ist infernalisch und lässt überhaupt keine Konzentration zu. Wie das zusammen funktionieren soll ist mir Schleierhaft und bleibt das Geheimnis des Tennisclubs.

Laut Aussage des SV Kohlberg soll man ja angeblich nichts hören. Für diese Behauptung hört man aber doch sehr sehr viel Lärm, trotz Wind aus Süd-West.

Ich würde mir als Bürger wünschen das der Gemeinderat intensiv darüber nachdenkt ob dieser zusätzliche Lärm notwendig und erstrebenswert ist.

Am Schluss möchte ich noch ein paar Fragen zum Ausdruck bringen:

Ich dieser zusätzlich Lärm unbedingt notwendig? Wir haben hier in Kohlberg durch immer mehr Flugzeuge (Verkehrs- aber vorallem Privatflugzeuge) schon mehr Lärm. Der Straßenlärm in Kohlberg sowohl im Ort als auch im Grund hat ebenfalls in den letzten Jahren stark zu genommen. Warum muss dann dieser zusätzliche Lärm durch das Großkaliberschießen sein?
Selbstverständlich kann man einwenden das Rasenmäher und Sägen Lärm machen aber dieser Lärm hat wenigsten einen Nutzen bzw. ist notwendig.  (Rasen-, Waldpflege und Brennholzherstellung) und das nicht das ganze Jahr. Aber welchen Nutzen hat das Großkaliberschiessen?  Diese Frage konnte mir bis heute selbst vom Schützenverein niemand so richtig beantworten.

Vor allem wenn man in Betracht zieht, das vom Verein her max 5-10 Leute dieses "Hobby" machen wollen und man weiß das es nur für Großkaliberpistolen Wettbewerbe für die 50m Bahn gibt.
Es also keine Notwendigkeit für die Vorderlader oder Großkalibergewehre gibt. Denn jeder Jäger oder Schütze wird sich auf einer 100m Bahn (die es ja im Umkreis genügend gibt) einschießen.

Ich appelliere an den Gemeinderat sich auch diese Fragen zu stellen und die Verhältnismäßigkeit in Betracht zu ziehen.
(10 Schützen beeinträchtigen die Lebensqualität von meheren 100 Bürgern).


Mit freundlichen Grüßen

Familie [...]

 


Nr. 3:

 

 

Sehr geehrte Herr Roller,

sehr geehrter Herr Gneiting,

sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

 

von Beginn an verfolgen wir den Probebetrieb des Schützenvereins sehr genau.

Bis jetzt können wir eines sehr deutlich sagen:

es ist sehr stark windabhängig, wie wir die Schüsse bei uns im Wohngebiet hören.

Auch an den Terminen, [...] hatten wir Südwestwind, der dazu führte,

dass der Schießlärm auf dem Friedhof unerträglich, jedoch im Wohngebiet Im Grund nicht so laut, aber dennoch deutlich zu hören war.

An Tagen mit Nordwind hören wir sogar die Tischardter Kirchenglocke läuten, man mag sich nicht ausmalen, wie Vorderlader-Schüsse bei uns ankommen.

Vom eigentlichen Probeschiessen unter Wettkampfbedingungen, das am Samstag stattgefunden hat, sind wir sehr enttäuscht. Der Schützenverein ist nicht annähernd an einen Probebetrieb gekommen, da die Schießfolge und Anzahl der Schüsse in großen Abständen erfolgte. Das hatte nichts mit Realbedingungen zu tun.

Ich war an dem Nachmittag im Garten und wurde von Kohlberger Bürgern, die sich ein Bild machen wollten, gefragt, warum denn nicht geschossen wird oder ob das „Im Grund“ vielleicht gar nicht zu hören ist?

Wie soll sich der Bürger eine Meinung bilden, wenn nur einzelne Schüsse zu hören sind, die zudem auch noch in großen Abständen erfolgen.

Wie können Sie Herr Roller, der Gemeinderat und die Bürger von Kohlberg sich eine Meinung zur Entscheidungsfindung bilden, wenn wir alle nie gehört haben, wie sich Schießen unter Volllast anhört.

Wir sehen es als Ihre Aufgabe, dies im restlichen Probebetrieb möglich zu machen.

Es ist für uns nicht akzeptabel, dass wir Bewohner [...] einem Lärm ausgesetzt sind, der aus dem Spaß am Schießen von einigen wenigen Schützen des Schützenverein entsteht.

Wir wünschen uns eine zufriedenstellende Entscheidung für alle Beteiligten.

 

Mit freundlichen Grüßen

[...]

 


Nr. 4

 

 

Sehr geehrter Herr Roller,

 

vor [...] Jahren sind wir aus [...]nach Kohlberg gezogen und genießen die bisherige Ruhe "Im Grund".

5 Jahre Wohnen an der Bundesstraße [...] da macht man einiges mit, gewöhnen wird man sich nie an diesen Lärm.

Auch mein Mann und ich empfinden dieses Großkaliberschießen als äußerst störend, obwohl bisher sicher nicht von Wettbewerbsbedingungen geredet werden kann. Das finde ich sehr schade, allen Seiten wäre mehr geholfen, wenn man mit offenen Karten spielt.

Uns geht es auch nicht darum, "gegen einen Verein" zu sein. Die Vereinsmitglieder kennen wir nicht einmal, da wir nicht von Kohlberg sind. Zum 2. bin ich sehr häufig mit Schützenvereinen beruflich in Kontakt und habe keinerlei Probleme mit den Menschen an sich. [...] Eine Voreingenommenheit kann ich mir gar nicht leisten. Trotz alledem sei  zu bemerken, dass sich all diese Schützenvereine, die alle Großkaliberschießen durchführen, [...] meist im Wald gelegen und somit nicht störend. Was nämlich die Lautstärke der Wettbewerbe betrifft, kann ich dort vor Ort live mitbekommen. Das möchte ich nicht in meiner Nähe haben.

Dann ist ein "Trauern" in so einer Geräuschkulisse unwürdig für die Hinterbliebenen, unvorstellbar. Ich mag es mir gar nicht ausmalen, wie es wäre, wenn ich meine Angehörigen bei ihrer letzten "Ruhe"-Stätte besuchen möchte und werde begleitet von Schießlärm. Ich kann dies nur als pietätlos bezeichnen.

Daher fordere ich:

Kein Großkaliberschießen in Kohlberg. Die bisherigen Aktivitäten können gerne so bleiben und stören mich nicht im geringsten.

Leben und leben lassen, nur in einem vernünftigen Miteinander kann so was funktionieren. Und man sollte die Interessen ein paar weniger Vereinsmitglieder nicht höher werten als die einer Menge der Bevölkerung von Kohlberg.

 

Beste Grüße [...]


Nr. 5 

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Roller,

Sie baten um eine Rückmeldung der Bürger  zu dem Thema „GK-Probeschießen am Samstag den 13.04.2013“.

 

Zuerst zu meiner Person.

Meine Familie und ich [...]

 

Zum Sachverhalt

Die Schiessveranstaltung am letzten Samstag war definitiv kein Schießen unter realen Bedingungen.

Einmal durch die Schussfolge, Anzahl der abgegebenen Schüsse und Anzahl der Rennen (Anzahl der Bahnen auf denen geschossen wird) in einem Wettweber.

Auch der Abschussknall war für mich sehr untypisch. Die Waffen haben, meiner Meinung nach, mit einer verminderten Schussgeschwindigkeit geschossen.

Die letzten Schüsse, die ich hörte, wurden, meiner Meinung nach, ohne Projektil geschossen.

Definitiv war hier ein deutlich gemindertes Geräuschgeschehen gegenüber dem Probeschießen vor einem Jahr!!!!

 

Sie sollten sich wirklich die Frage stellen, warum hier nicht mit offenen Karten gespielt wird?

Eine weitere Bürgermeisterfrage ist: Was hat die Gemeinde von so einer GK-Schießanlage? Besonders wenn es die Bürger entzweit.

 

Nachsatz

Grundsätzlich bin ich auch Waffenbegeistert.

Waffen waren lange ein Teil meines Lebens.

Aber meine Einstellung hat sich nach den vielen tragischen Vorfällen mit GK-Handfeuerwaffen komplett geändert.

Ich bin heute der Meinung dass die Waffengewalt ausschließlich in staatlicher Hand gehört.

Schießen mit Großkaliber ist kein Sport.

Bitte bedenken Sie, dass ein weiterer Schießplatz Menschen dazu animieren GK-Waffen zu kaufen.

Dadurch kommt es zu einer schleichenden Verseuchung durch GK-Handfeuerwaffen.

Schon jetzt finde ich es bedauerlich dass unsere Polizisten mit Schusssicheren-Westen ihren Dienst verrichten müssen.

 

Eine andere Sache ist die Pietät. Kohlberg ist nur 58 km von Winnenden entfernt.

 

Ich halte den GK-Schießplatz weiterhin für sehr bedenklich.

 

Mit freundlichen Grüßen

[...]

 

 


Nr. 6

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Roller,

 

Wir wohnen [...] und [...] und sind sehr direkt von dem Schiesslärm betroffen!

Es fällt uns sehr schwer hier sachlich zu bleiben, denn wir wissen nicht was derzeit größer ist: Die Wut auf den Schützenverein und sein „Geballere“ oder auf Sie und auf den Gemeinderat!

Wir haben am Samstag einen ganz kleinen Vorgeschmack bekommen was Großkaliberschießen für uns hier bedeuten würde!!!

Lauter Schussknall in Abständen von 5-10 Minuten. Schüsse, nein SCHLÄGE aufs Gemüt, und eine dauernde Geräuschkulisse. Meine Erinnerung an die Bundeswehr lässt grüßen!

Das war am Samstag so zwischen vor allem 15.00-17.30Uhr.

Es war so laut, störend und so nervig, dass sich meine Frau darüber  - und das noch bis heute  – extrem aufgeregt hat! Tolles Wochenende, da hat man mal den ersten Tag bei schönen Wetter frei und dann so was.

Für uns immer noch unfassbar und unglaublich, dass man sowas vor allem am Wochenende tolerieren und erlauben wird!???

Übrigens:

Wir haben hier ca. 3-5 Rehe, die hin und wieder durchziehen. Per Zufall konnte meine Frau diese Rehe am Samstag wieder beobachten. Aber diesmal sind diese nicht in Ruhe durchgezogen. Nein diesmal sind diese durch die Geschossknalle fast in Panik ein paar Mal zwischen den Obstbäumen und hier auf dem Acker vor unserem Haus hin und her gesprungen. Das sind war fast schon symbolisch für das Verhalten des Gemeinderates in dieser Sache! Mit den Rehen und den Bürgern kann man es ja machen.

[...]Sicherlich wird er Ihnen nun sagen, dass war alles nicht so laut. Klar: Ist ja auch alles subjektiv und Sie haben Ihre Grenzwerte,  die ja einhalten werden! Prima!

Wir sind von Anfang an dagegen gewesen und mich persönlich hat sowieso die Borniertheit des Gemeinderats immer gestört – das gebe ich hier offen zu, aber das ist ein anderes Thema!

Wir fragen uns nun: Wenn dieses „Geknalle“ schon bei den angeblich „schlechten“ Windverhältnissen so laut war wie wird das denn, wenn kein Wind da ist oder sogar der Wind aus Norden oder Nordwest stärker zu uns herüber weht?

Wir lassen uns unser wohlverdientes Wochenende zukünftig so nicht vermiesen. Ganz bestimmt nicht.

Daher haben wir schon in Erwägung gezogen in jedem Falle aus Kohlberg wegzuziehen, wenn das Geknalle, [...] einiger sehr weniger (!!!) über das Wohl vieler Bürger hinweg – [...] gestellt wird.

 

Tolles Wochenende und nochmals vielen Dank dafür!

Mit freundlichen Grüßen
[...]

 


Nr. 7 (Antwort auf Nr.6)

 

 

Die Antwort eines Gemeinderatsmitglieds auf diese Mail kann leider nicht veröffentlicht werden, Informationen hierüber können gegebenenfalls bei der Gemeindeverwaltung bzw. bei den Gemeinderäten eingeholt / erfragt werden.

 

 


Nr. 8 (Antwort auf Nr. 7)

 


Sehr [...],

 

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Auf das, was Sie „in der Sache nicht als dienlich“ bezeichnen, möchte ich hier doch nochmals detailliert zurückkommen!

Vor ca. 12 Jahren haben wir in Kohlberg ein Zuhause – bewusst im ländlichen Bereich – gefunden, in der Hoffnung hier nahe der Natur zu sein und wenigstes am Wochenende dem Stress, der Hektik UND dem Lärm einer Stadt zu entfliehen.

So oder ähnlich wurden damals die Grundstücke im Baugebiet „Im Grund“ angepriesen, bezeichnet. Um das was es hier geht ist UNSERE LEBENSQUALITÄT und um nichts anderes! Damals gab es im SV nur das Kleinkaliberschießen – kein Thema, akzeptiert, war ja auch schon vor uns da.

Wir alle hier arbeiten von früh bis spät in die Nacht (Anm.: …und als Gewerbetreibender bin ich dazu in Kohlberg zusätzlich gewerbesteuerpflichtig). U.a. um das mit sauer verdientem Geld mühsam erworbene Eigentum irgendwann einmal „sein Eigentum“ zu nennen.

Es geht hier nicht um irgendwelche Anfeindungen und Beleidigungen –[...]. Es geht hier darum, dass uns der Schützenverein und folglich die Gemeinde Kohlberg, als sozusagen letzte Instanz, die Lebensqualität nicht nur mindern sondern uns sogar stehlen will!  Von der hohen Wertminderung unserer Grundstücke einmal abgesehen, für die wir, wie gesagt, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr hart arbeiten. DARUM GEHT ES!

Auch wenn Sie es nicht glauben, ich bin von meinen Eltern sehr gut erzogen worden und weiß, wann man sich entschuldigen muss. Ich sehe hier aber definitiv keinen Anlass, da dies auch keine Beleidigung war. Wenn Sie sich dadurch angesprochen oder sogar beleidigt gefühlt haben tut mir das leid.

Aber Sie haben wohl die richtige Seite im Duden aufgeschlagen und sollten mit Kritik schon leben können. Zumindest sollte man das von einer Kommunalpolitikerin (Ehrenamt hin oder her) erwarten können.

Ich streite Ihnen Ihren persönlichen Einsatz in dieser Sache nicht ab, wohl aber sehe ich hier die Gemeinde in der Pflicht „Rücksicht auf die vielen betroffenen Bürger“ zu nehmen, die unter der Schiesslust, -last einiger Weniger definitiv leiden müssen. Jeder sollte sein Hobby ausüben, aber bitte mit Rücksicht auf die Mitbürger und nicht nur auf Paragraphen und eingehaltene Lärmpegel!  

Zukünftig samstags und sonntags – besonders während der besten Jahreszeit draußen in der Natur im Garten sitzend - mit dieser Art von Lärm durch das Geballere genervt und belastet zu werden da kann ich nur sagen:  Nein danke!

Und wenn wir schon dabei sind: Ehrlich gesagt haben wir neben dem Lärm auch kein gutes Gefühl, wenn in nächster Nähe ortsfremde GK Schützen Ihren Spaß haben. Zumal diese ja auch nach einem Schiesswettbewerb / Training wieder von dannen ziehen können. Die  Belastung bleibt in Kohlberg und wird nicht mitgenommen.

Ich war selber 15 Monate bei der Bundeswehr und kenne die Kraft eines Sturmgewehrs G3. Wer das nicht richtig fest im Anschlag hielt, hat eine richtige „Backpfeife“ bekommen und zusätzlich eine blaue Schulter. Das Ding liegt aber nur bei ca. bei 3000 Joule. Haben Sie denn das schon einmal „live“ gehört oder zumindest gesehen ?

Wenn ein guter Bekannter von mir- zudem als bekannter Jagdpächter der Gemeinde [...] - schon bei 5000 Joule den Kopf schüttelt und fragt: „Wer will denn das schießen und für was?“, aber der SV bis 7.000 Joule beantragt und vom LRA genehmigt bekommt, dann hört bei mir der Spaß auf.  

Entschuldigung , aber davor graust es uns schon jetzt und daran werden wir hier wohl zukünftig bei jedem neuen Schuss denken. Zum Glück wohnen Sie ja nicht hier  IM GRUND und so nahe dran wie wir.

Wenn sich also so viele  Bürger (leider können es die Toten auf dem Friedhof nicht!) bisher nicht so massiv dagegen gewehrt und immens viel Freizeit dafür aufgewendet hätten, wäre der Antrag des SV wohl schon längst „durchgewunken“. Also tun Sie bitte nicht so, dass der GR hier alles unternommen hat – zumindest nicht von sich aus initiiert, sondern zumindest teilweise aufgrund des Unmuts großer Teile der Gemeinde!

Vielleicht mag Ihnen meine Reaktionen befremdlich und überhart vorkommen, aber irgendwie erwarte ich von Ihrer Seite ein gewisses Verständnis für unser Anliegen (siehe oben). Auch für die konkrete Forderung endlich ein REALES PROBESCHIESSEN UNTER VOLLLAST IN DER RICHTIGEN (WARMEN) JAHRESZEIT durchzuführen. Das was hier ansatzweise im sog. „Probebetrieb“ vom SV gezeigt wird ist doch Augen/Ohrenwischerei! Aber allein reicht dies schon aus, wie es sich jetzt am Samstag auch gezeigt hat, eine Nutzungserweiterung für den SV von unserer Seite vehement abzulehnen!

Es ist mir letztendlich egal, welche negativen Reaktionen mein Schreiben bei Ihnen und beim Gemeinderat hervorruft. Es ist ganz sicher nur meine persönliche Meinung. Ich befürchte aber, dass diese so von weiten Teilen der direkt Betroffenen voll mitgetragen wird.

Unabhängig von den vorab genannten Ausführungen lade ich Sie an einem Samstagnachmittag sehr gerne zu einem persönlichen Gespräch und bei einer guten Tasse Kaffee und Kuchen auf unsere Terrasse zum Diskutieren ein. Darauf haben Sie mein Wort.

 

Mit freundlichen Grüßen

[...]

 

Vielleicht noch zum Thema Ehrenamt…

PS:

Der Unterzeichner pflegt seit ca. 12 Jahren - in Absprache mit der Gemeinde – ehrenamtlich sowohl Obstbäume, Büsche und Gehölze der Gemeinde, u.a. an meiner Grundstücksgrenze bzw. an der Grenze des Wohngebietes [...] (Sie können gerne bei Herrn [...] nachfragen).

PPS:

Der Unterzeichner ist seit vielen Jahren AUCH ehrenamtlich in mehreren Vereinen in [...] tätig gewesen bzw. heute noch als 1. Vorsitzender eines Vereins in [...] tätig. Dies nahezu rund um die Uhr. Daher kann ich Ihnen aus sehr großer Erfahrung sagen, dass in anderen Gemeinden mit Belangen der Bürger und deren Sorgen ganz anders umgegangen wird als in meiner Heimatgemeine Kohlberg.

 

Mit freundlichen Grüßen aus [...]


Nr. 9

 

Sehr geehrter Herr Roller,

sehr geehrte Gemeinderäte,

 

hiermit möchte ich Ihnen meinen Eindruck schildern. Wir wohnen [...] und gehören damit wohl zu den Häusern [...], die im Normalfall mit am Wenigsten den Lärm seitens des Schützenhauses hören werden.

Dennoch war dieser am Samstag (und auch an anderen Tagen) auf unserer Terrasse teilweise sehr deutlich zu hören. Von einer massiven Lärmbelästigung möchte ich bei diesen Hörproben noch nicht sprechen.

Allerdings bleibt zu berücksichtigen, dass an allen Tagen, wo zumindest ein wenig geschossen wurde (der letzte Samstag, sowie die beiden Samstage mit Gastschützen, 16.03. und 23.03.) jeweils der Wind den Lärm deutlich von uns weg und in Richtung Friedhof getragen hat.

Dort habe ich es mir ebenfalls angehört und dieser Lärm war mehr als massiv und unter dieser Kulisse möchte ich nicht auf der Terrasse sitzen, denn bei anderem Wind oder Windstille würde mir genau dies blühen.

Ebenfalls kann der letzte Samstag aus einem weiteren Grund nicht repräsentativ sein: wir sind von einem Schießwettbewerb unter Volllast ausgegangen! Das Gegenteil war der Fall. Beispielsweise fielen zwischen 14.55h und 15.35h lediglich 8 Schüsse!

Im Maximalbetrieb hätten auf 5 Bahnen gleichzeitig ca. 20-25 Schüsse innerhalb von 20-30 Sekunden sein müssen, was ja ebenfalls nicht mal annähernd umgesetzt wurde.

An den normalen Trainingstagen wurde nur sehr wenig und teilweise überhaupt nicht geschossen!

Wie also sollen wir beurteilen, wie störend es sein kann, wenn uns zum einen der Wind einen Strich durch die Rechnung macht, aber das kann man eben nicht beeinflussen, und wenn zum anderen eben nicht so geschossen wird, wie besprochen?

Wie bereits schon angesprochen, ist jeder Eindruck auch subjektiv und in meinem Fall spreche ich natürlich auch als Vater von 2 kleinen Kindern [...], für welche ich mir ein angenehmes Spielen im Garten oder auf dem Spielplatz und angenehme Spaziergänge im schönen Kohlberg wünsche und zu all dem passt das GK Schießen genau so wenig wie die Faust aufs Auge.

Die schöne Natur und die Ruhe war es auch, welche mich überhaupt dazu bewogen hat, meinen Wohnsitz nach Kohlberg zu verlagern, da ich genau in so einer Umgebung eine Familie gründen wollte, was ich dann glücklicherweise auch getan habe.

Eine letzte Anmerkung möchte ich noch machen: es wurde ja oft betont, dass es zu keiner Untervermietung oder Nutzung durch Jagdschulen kommen wird. Dies macht nämlich auch keinen Sinn, da eine 50 Meter Bahn für die GK-Langwaffen uninteressant sind. Ich hatte 2 Gastschützen für die Märztermine eingeladen. Als sie erfuhren, dass es eine 50 Meter Bahn ist, haben sie mich ausgelacht und gefragt, was denn das überhaupt soll, dann könnten sie auch gleich mit Steinen auf die Scheibe werfen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies für mich, dass es keine Schützen im Langwaffenbereich geben wird, die etwas trainieren können, da es laut meinen Schützen auch keinerlei Wettbewerbe mit der GK-Langwaffe auf 50 Meter gibt. Somit haben wir im Langwaffenbereich also tatsächlich nur Schützen, die es lieben, dass es laut "ballert", aber eben sinnlos, da es ja nichts zu trainieren gibt.

Aufgrund der besonderen Situation in Kohlberg: Nähe zum Wohngebiet und dem Friedhof inkl. Verhältnis von möglichen Schützen zu Anwohnern, ist es meine persönliche Auffassung, dass dies so keine Grundlage zu einer Genehmigung haben darf.

Mehrere GK Schützen haben mir gegenüber bereits geäußert: "das Schießen und der Lärm macht mir als Schützen einfach Spaß, aber direkt vor der Haustüre würde ich das nie und nimmer haben wollen"

Dies möchte ich einfach unkommentiert stehen lassen.

Ich wünsche mir, dass Sie nach dem Probebetrieb Ende Mai im Sinne der Bürger und Einwohner entscheiden und Kohlberg weiterhin das erhalten, für was die meisten hergezogen sind: die wunderschöne Natur und die Ruhe.

Wenn dies nämlich nicht mehr gegeben ist, wird es keine Gründe mehr geben, nach Kohlberg zu ziehen. Im Gegenteil: es werden einige Kohlberg deswegen verlassen.

 

Viele Grüße und einen sonnigen Wochenstart

[...]

 


 

Nr. 10

Sehr geehrter Herr Roller,

 

die Verhältnisse des Wettkampf-Schießens am 13.04.2013 entsprachen weder einem Volllastbetrieb der Anlage noch konnten sie – wegen der frischen Windbrise aus Südwest – eine realistische Lautstärke beim Wohngebiet im Grund erzielen.

 

Dabei ist zu beachten, dass in etwa bei 25-30% der Jahreszeit der Wind aus Mitwind-Richtung NW-NO kommt und an diesen Tagen mit einer erheblich stärkeren Lärmimmission zu rechnen sein wird; dies ergibt sich aus der synthetischen Windstatistik des Landesamtes für Umwelt B-W für Kohlberg. (vgl. Anlage).

 

Die im Voraus auf längere Zeit nicht einplanungfähige Windrichtung zeigt allerdings, dass der auch von mir ursprünglich geforderte einzige Termin eines Volllastschießens für Probezwecke das erhebliche Risiko begründet hätte, dass man wie gestern keinen echten Eindruck von den zu erwartenden Immissionen bekommen hätte. Insofern hat der Gemeinderat sicher recht gehabt, sich nicht auf nur einen einzigen Termin festlegen zu lassen.

 

Weil ich aber auch am Friedhof und in südwestlicher Richtung nahe des Schützenhauses dem Schießbetrieb zugehört habe, teile ich Ihnen meine persönlichen Eindrücke wie folgt mit:

  1. Befindet man sich auf dem Friedhof, ist das Schießen meiner Auffassung nach unter keinen Umständen akzeptabel. Das gilt sowohl für die reine Lautstärke der Schüsse, als auch für die Art von Geschossknallen.

  2. Ich habe auf dem Friedhof von 14.25 bis ca. 14.50 Uhr die Schüsse angehört. Es handelte sich dabei um Schussfolgen von ca. 5-10 Schüssen mit längeren Pausen (meist geschätzte 5 Minuten) dazwischen.

  3. Mich hat sehr verwundert, dass der für 14-16 Uhr angekündigte Wettkampf mit 450 Schüssen (vgl. Ihre Mitteilung im Jusi-Blatt über das Gespräch mit dem Schützenverein sowie das Schreiben des Schützenvereins vom 12.11.2012 an die Gemeinde und an den Verein Natur und Umwelt unterm Jusi e.V.) bereits um 14.50 Uhr beendet war. Denn beispielsweise wurden zwischen 14.55 – 15.35 Uhr – wie Sie selbst erlebt haben – nicht mehr als max. 8 Einzelschüsse abgegeben, mit Abständen zwischen 5 – 15 Minuten zwischen den einzelnen Schüssen.

 

Der Deutsche Schützenbund, dessen Mitglied über den WSV der SV Kohlberg ist, hat in seiner Sportordnung für Pistolenkämpfe unter Tz. 2.50.7 geregelt (vgl. Anlage sowie http://www.dsb.de/media/PDF/Statuten/Sportordnung/Sportordnung_2011/P_Tab_safe.pdf), dass jeder Wettkampfschütze 40 Schüsse abzugeben hat, zzgl. Probeschüsse und zzgl. Endkampf. Diese Schüsse sind in 5er Folgen in je max. 150 Sekunden zu schießen. Die Kohlberger Anlage hat 5 Bahnen, sodass bei den geforderten realen Wettkampfbe­dingungen je Serie also 5 x 5 Schüssen in je 150 Sekunden hätten abgegeben werden müssen. Wie Sie gehört haben, wurden innerhalb von 2,5 Minuten nicht 25 Schüsse abgegeben und dann nur eine kurze Pause bis zur nächsten Serie eingelegt.

 

Daher fanden offenbar am gestrigen Samstag keine realen Wettkämpfe auf allen Bahnen statt.

4. Bereits nach weniger als einer Stunde wurden nur noch gelegentliche Einzelschüsse abgegeben. Gegen 16.30 Uhr saß ich bei uns im Garten und habe versucht, mir einen eigenen Eindruck zuhause zu verschaffen. Trotz des Südwestwindes hörte ich die Schüsse mehr als deutlich und diese auch störend. Zu diesem Zeitpunkt wurden teilweise auch mehrere Schüsse recht kurz nacheinander abgegeben.

 

Zusammenfassend halte ich es auf dem Friedhof für nicht mit der Würde der und Andacht an die Toten vereinbar, ein Großkaliberschießen auf der Anlage ohne weitere massive Lärmschutzmaßnahmen durchzuführen. Wenn ich mich in die Lage hineinversetze, am Friedhof auf einer Bank zu sitzen und über den Verluste eines lieben Angehörigen nachzudenken – und plötzlich wird wie gestern geschossen – Schüsse, die von jedem Menschen instinktiv als Bedrohung wahrgenommen werden – dann hat das nichts mehr mit „Frieden“ zu tun. Der Wald „fried“ hof wird seinem Zweck entwidmet.

[...]

Sollten die Mitglieder des Gemeinderates der Auffassung sein, dass man diesen Schießlärm hinnehmen kann, so meine ich, dass es erforderlich ist, ein weiteres Schießen bei einer anderen Windsituation durchzuführen, damit man beim Wohngebiet Im Grund und am Ort (Pfaffendobel, Erscheck) auch die an anderen, weniger windbegünstigten Tagen stattfindende Lärmentwicklung wahrnehmen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

[...]


Nr. 11

 

Sehr geehrter Herr Roller,

am Samstag habe ich bei uns im Garten die Schüsse des Schützenvereins klar und deutlich gehört. Sie waren störend, obwohl die meiste Zeit Südwestwind herrschte.

Als es kurze Zeit regnete, hat der Wind etwas in Richtung Kohlberg gedreht. Dies hat dazu geführt, dass es deutlich lauter zu hören war. Allerdings wurden nur ganz wenige Einzelschüsse in dieser Zeit abgegeben.

Der Probebetrieb läuft seit Anfang März. Das Wetter hat dazu geführt, dass in dieser Zeit praktisch niemand draußen war und die Schüsse im Garten angehört hat. Der Schützenverein hat bis jetzt an einigen Tagen überhaupt nicht geschossen; ich habe den Eindruck, dass gerade an Tagen mit Wind aus nördlicher Richtung nicht geschossen wird. Denn in der ersten Woche des Probebetriebs war Nordwind gewesen. Und damals konnte man die Schüsse bis weit hinauf in den Ort hören. Wir haben sie auch bei geschlossenem Fenster im Haus gehört.

Ich war mehrmals in den letzten Wochen auf dem Friedhof als geschossen wurde. Das ist so laut und schreckt jedes Mal neu auf, dass ich der Meinung bin, dass man so etwas nicht dulden kann. Es klingt wie wenn Kanonen abgefeuert werden und hallt richtig nach.

Zu dem bisherigen Probebetrieb möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass an einigen Tagen gar nicht geschossen wurde. Und an den Schießtagen waren es immer nur sehr wenige Schüsse. Man hat den Eindruck, dass gerade einmal ein oder zwei Schützen schießen. Wie wird es erst einmal sein, wenn auf allen 5 Bahnen wirklich auf Wettkämpfe trainiert wird oder wenn viel mehr Leute in den Verein eintreten, die hier schießen wollen.

Wie dann die Belastung für die Einwohner sein wird, kann mit den wenigen Schüssen, die jetzt aktuell abgegeben werden, nicht demonstriert werden. Echte Realbedingungen sind etwas anderes als das, was man uns heute zeigt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

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Nr. 12

Sehr geehrter Herr Roller,
sehr geehrter Herr Gneiting,
sehr geehrte Gemeinderäte,

dies ist unser Eindruck vom Probeschießen am 13.04.2013.

Durch das Großkaliberschießen verliert der Grund an Wohnqualität. Die kurzen, heftigen Knalls schrecken immer wieder auf, obwohl man weiß, dass Schießbetrieb läuft. Das Geräusch eines Rasenmähers ist vergleichsweise angenehmer als ein Knall durch eine Großkaliberwaffe. Unzumutbar ist auch, dass bei geschlossenem Fenster ein Knall zu hören ist.

Bei unserem Besuch auf dem Friedhof, waren wir von der Lautstärke betroffen. Gegenüber den Trauernden, die die Gräber ihrer Angehörigen pflegen, empfanden wir die Lautstärke unzumutbar. Der Gemeinderat muss sich überlegen, ob er dauerhaft zulassen will, dass mehrmals in der Woche die Totenruhe gestört wird. Der Friedhof muss auch am Samstagnachmittag ein Ort der Trauermöglichkeit und der Stille sein.

Die Anzahl der Schüsse sind nach unserer Wahrnehmung an manch anderen Samstagen während des Probebetriebs häufiger gewesen, als gestern! Die Pausen waren doch auffallend lang. So sieht Volllastbetrieb mit Sicherheit nicht aus. Außerdem zweifeln wir daran, dass mit den größten zulässigen Waffen geschossen wurde. Wir geben auch zu bedenken, dass der Wind den Schall gestern vom Ort weggetragen hat. Bei Windstille oder einer anderen Windrichtung ist logischerweise mit noch mehr Lärm zu rechnen!

Bitte überlegen Sie sich was Ihnen wichtiger ist: Mehrere hundert zufriedene Bürger in Kohlberg oder ein paar wenige Schützen, die sehr lärmbelastend ihr Hobby ausüben, fast alle gar nicht hier wohnen und mehrere Ortsteile dem Schießlärm aussetzen.

Vielen Dank für die Möglichkeit Rückmeldung zu geben.

Wir sind sicher, dass Sie um eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten bemüht sind und verbleiben mit freundlichen Grüßen [...]


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